In den Tagen rund um Silvester neigen wir dazu uns eine lange Liste an Dingen vorzunehmen, die wir im nächsten Jahr anders machen wollen. Alles ist auf Neuanfang gepolt, fast ein bisschen Aufbruchsstimmung herrscht. Nach der Anfangseuphorie sind die guten Neujahrsvorsätze aber dann oft schnell vergessen. Bleibt die Frage, wie wir es schaffen dranzubleiben und das was uns gut tut wirklich dauerhaft umzusetzen.

Reflektiere das vergangene Jahr bewusst

Die vergangenen ruhigen Tage habe ich (neben viel Schlaf und Binge Watching) dazu genutzt das Jahr ein wenig Revue passieren zu lassen und mir jene Momente wieder bewusst vor Augen zu führen, die mir besondere Freude bereitet haben, mich sehr bewegt haben oder mich wachgerüttelt haben. Um diese Muße überhaupt zu haben braucht es für mich persönlich nur wenig: einen leeren Terminkalender, Zeit für mich alleine und keine ToDos. Das ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen, aber ich denke gerade die Tage nach Weihnachten bieten für jeden von uns die eine oder andere Gelegenheit einfach mal die Beine auszustrecken und einen Gang zurückzuschalten. Ohne Druck kommen dann die Gedanken wie von selber – unter der heißen Dusche, bei einem erfrischenden Spaziergang oder beim Sortieren der Fotos der letzten Monate. Aber da hat wohl jeder seine eigenen kleinen Rituale, die den Kopf frei machen.

Mach‘ eine Highlight-Liste

Notiere gedanklich oder auch auf einem Blatt Papier deine Highlights des vergangenen Jahres. Das können große Dinge genauso sein wie kleine. Lege dich nicht auf eine bestimmte Anzahl fest, sondern lasse einfach kommen was da ist. Die Liste muss auch nicht auf einen Schlag vollständig sein, du kannst sie auch über mehrere Tage ergänzen. Du wirst sehen, eins ergibt das andere und du wirst dich plötzlich wieder an Momente erinnern, die dir gar nicht mehr so bewusst waren. Bei mir sieht das im Moment so aus:

  • Eine Umarmung, die ich mir schon lang gewünscht habe
  • Ein Moment der gemeinsamen grenzenlosen Freude und Überwältigung in den Augen eines anderen
  • Ein neuer Anfang
  • Ein Symbol für meine Traurigkeit
  • Die unendliche Weite des Meeres
  • Hand in Hand einen Hügel hinunterlaufen
  • Die weltbesten Topfenknödel
  • Zum ersten Mal an meinem Geburtstag in meiner eigenen Wohnung aufwachen
  • Gemeinsames Weinen
  • Ein unerwartetes und inspirierendes Gespräch
  • Mein erstes Radiointerview
  • Sich einmal wie Superman fühlen
  • Mit Yoga in den Tag starten

Die Liste wird dir schon vor Augen führen, was dir im vergangenen Jahr wirklich gut getan hast. Wenn du dabei noch Unterstützung brauchst, kannst du dir zusätzlich noch die Fragen stellen

„Wovon möchte ich mehr im nächsten Jahr?“

„Wovon möchte ich weniger im nächsten Jahr?“

„Was möchte ich neu in mein Leben aufnehmen im nächsten Jahr?“

Formuliere einen Vorsatz

Spätestens jetzt sollte ziemlich klar für dich sein, worauf du im nächsten Jahr deinen Fokus legen möchtest :). Aber wie schafft man es nun tatsächlich dranzubleiben nachdem die erste Anfangsmotivation abgeklungen ist? Das klassische „mehr Sport machen“ oder „zu Rauchen aufhören“ ist ja oft mit Überwindung und Arbeit verbunden. Mir persönlich hilft es dabei, Neujahrsvorsätze positiv zu formulieren und meinen Nutzen hervorzuheben. Also zB „Ich möchte mehr Zeit mit den Menschen verbringen, die mir Kraft geben und mich in allen Lebenslagen unterstützen, weil danach meine Batterien wieder voll aufgeladen sind“. Male dir den Benefit, den dir dieser Vorsatz bringen wird in all seinen Facetten aus. Stell‘ es dir richtig bildhaft vor und versuche dir das Gefühl herbeizuholen, das du dabei empfinden wirst. Dann konzentriere dich auf die Hindernisse, die deinem Vorhaben im Weg stehen. Was könnte dich davon abhalten, zB „am Abend bin ich immer zu müde, um jemanden zu treffen“ oder „wenn die Kinder dabei sind kann ich mich auf kein Gespräch konzentrieren“. Und nun mach‘ dir einen konkreten Plan, wie du diese Hindernisse aus dem Weg räumen kannst. Beispielsweise „mindestens 1x im Monat treffe ich XY am Wochenende, wenn ich ausgeruhter bin“ oder „1x in der Woche ist nur mein Partner für die Kinderbetreuung zuständig, damit ich mich mit XY treffen kann“.

Mein persönlicher Tipp: mute dir nicht zuviel zu. Beschränke dich bei deinen Vorsätzen auf einige wenige Dinge. Ich würde empfehlen, maximal eine gänzlich neue Gewohnheit auf die Vorsatzliste zu schreiben. Es ist schon schwierig genug an einer neuen Sache dranzubleiben. Überforderung führt schnell zu Frustration und am Ende des Tages schaffst du es dadurch vielleicht gar keinen Vorsatz einzuhalten, was sehr schade wäre. Also auch in diese Fall ist weniger mehr :).

Mach‘ es zur Gewohnheit

Und dann gilt es nur noch Routinen zu etablieren. Alles was fix in unseren Tagesablauf und Alltag integriert ist, fällt uns leichter. Fixe Termine im Kalender, Post-Its an gut sichtbaren Stellen oder auch ein/e Verbündeter helfen uns dabei uns immer wieder daran zu erinnern, was wir uns eigentlich Gutes tun wollten. Positives Denken kann bei Durststrecken (und prinzipiell jederzeit) ebenfalls unterstützend wirken. Und immer wieder mal einen Blick auf die Highlight-Liste zu werfen kann natürlich auch nicht schaden :).

In diesem Sinne: Ein frohes und glückerfülltes Jahr 2018 euch allen! Mögen eure Vorsätze Einzug in die Wirklichkeit halten :)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.