The Leftovers: Serien-Tipp

Gestern Abend lief die letzte Folge von The Leftovers über meinen Bildschirm. Und auch heute noch bin ich tief beeindruckt von der Serie und vor allem ihrem Finale. Kaum eine Serie hat es je geschafft, mich emotional so zu berühren und nachdenklich zu stimmen.

Die Handlung

Von einer Sekunde auf die andere verschwinden plötzlich 140 Millionen Menschen. Jeder 50. Mensch auf der Erde ist weg – einfach so. Ohne Vorankündigung, ohne atomare oder Natur-Katastrophe. The Leftovers beschäftigt sich damit, wie die übrig Gebliebenen mit diesem Schicksalsschlag umgehen. Im Zentrum der Handlung steht die Familie Garvey mit Polizeichef Kevin (Justin Theroux), seiner Ex-Frau Laurie (Amy Brenneman) und seinen beiden Kindern Jill (Margaret Qualley) und Tom (Chris Zylka). Der Zuseher begleitet die Hauptpersonen bei ihrer Bewältigungsarbeit. Jeder hat seine eigene Art mit dem Unerklärlichen umzugehen: selbstzerstörerisches Verhalten, Flucht in eine Sekte, Aggression, Rückzug, Traurigkeit. Und das alles ummantelt von mysteriösen Ereignissen, die darauf hoffen lassen endlich eine Antwort darauf zu finden, was mit den Verschwundenen passiert ist.

Starke Bilder und berührende Musik

The Leftovers lebt von großartigen Bildern – Metaphern für die Gefühle der Protagonisten und einer packenden musikalischen Untermalung. Selten war ich mir der Musik in einer Serie so bewusst. Die Geschichte wird langsam erzählt. Das ist zugegebener Weise nicht jedermanns Sache. Ich liebe diese Art des Erzählens! Man hat Zeit sich auf die Charaktere einzulassen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Darsteller sind – nebenbei bemerkt – auch beeindruckend und entwickeln ihr volles Potential im Laufe der drei Staffeln. Dass Justin Theroux auch was für’s Auge ist, ist natürlich auch kein Nachteil ;).

Mehr Fragen als Antworten

Wer sich Antworten auf alle Fragen erwartet wird enttäuscht werden. Für mich ist das aber nicht der springende Punkt. Denn was mich am meisten an The Leftovers fasziniert hat, sind die Fragen, welche die Serie bei mir ausgelöst hat.

  • Wie gehen wir Menschen mit unerklärlichen Schicksalsschlägen um?
  • Welche Werte sind noch wichtig, wenn es scheinbar nichts gibt, auf das man vertrauen kann?
  • Welche Auswirkungen hat es auf unsere Beziehungen, wenn die Angst vor Verlust so unmenschlich groß wird?
  • Welche Ventile suchen wir uns für unseren Schmerz?
  • Und welchen Wert hat unser eigenes Leben angesichts des Verlusts von so vielen Menschen?

Fazit

Von der Grundthematik erinnert die Serie ein bisschen an Lost, was ob des gleichen Schöpfers Damon Lindelof sicher kein Zufall ist. Anders als bei Lost lohnt es sich aber unbedingt bis zum Ende auszuhalten, denn die Final-Folge war für mich ein gleichermaßen emotionaler wie würdiger Abschluss der Serie.

Andere Meinungen zu The Leftovers:

Kritik im Spiegel

IMDB Bewertung

Lobeshymne in The Guardian 

 

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